Der Druck auf die Pflegekräfte steigt

Veröffentlicht am 27.08.2013 in Pressemitteilungen
 

Sozialministerin Katrin Altpeter diskutiert über die Missstände in der Pflege

Podiumsdiskussion in Rielasingen zur Zukunft der Pflege

Bis 2030 wird es, laut einer Statistik des Landratsamtes rund 100 000 pflegebedürftige Menschen zusätzlich geben. Wie soll die Zukunft der Pflege aussehen? Auch in Bezug auf den immer größer werdenden Fachkräftemangel beim Pflegepersonal stellt sich diese Frage.
Pflegeexperten und Vertreter der Krankenkassen, diskutierten darüber mit SPD-Bundestagskandidat Tobias Volz und der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter.

Der SPD-Bundestagskandidat hat selbst einen privaten Pflegdienst und sagt selbst: „Der Druck auf die Pflegekräfte wird immer größer.“ Das Gesundheitswesen habe in Deutschland das größte Wachstum, erläuterte Volz. Ein hoher Einsatz müsse in die Ausbildung von Fachkräften gehen. Die Vergütung für Auszubildende muss angepasst werden und es braucht die Möglichkeit, das Gelernte später umzusetzen.

Der Anspruch an die Pflege hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. „Die Arbeitsdichte der Kollegen ist extremer geworden“, schildert Gisela Meßmer, Leiterin des Pflegezentrums St. Verena in Rielasingen-Worblingen. Durch die Inanspruchnahme von ambulanten Pflegediensten können die Menschen länger zuhause bleiben. Wenn sie dann ins Heim kommen, haben sie einen wesentlich höheren Pflegebedarf als früher. Aus diesem Grund steigen der Anspruch und der Aufwand der Pflegekräfte.
Auch mit der personellen Situation sieht es schlecht aus. Schon bei ein bis zwei Krankmeldungen wird es schwierig die Menschen gut zu versorgen. Für zusätzliches Personal fehle die Finanzierung, gibt Meßmer zu verstehen.

Neben der steigenden Arbeitsdichte bringt auch der fehlende Nachwuchs Probleme mit sich. 12 Tage Schichtdienst und danach zwei freie Tage seien nicht gerade attraktive Aussichten für junge Menschen, gab Altpeter in der Runde zu verstehen. „Das Image des Berufs ist nicht einfach“
erläutert Meßmer. In der Öffentlichkeit werden fast ausschließlich Defizite und Mängel in Bezug auf Pflege diskutiert. „Es wird kaum darüber gesprochen, was gut läuft in der Pflege. Und vieles läuft gut“, ergänzt Meßmer. Umso wichtiger sei es, den Beruf attraktiver zu gestalten.

Dazu gehört auch eine Reform der Ausbildung. Eine Chance sehen Frau Meßmer und Tobias Volz darin, eine Basis-Ausbildung für Kranken- und Altenpfleger anzubieten, nach der sich die jungen Menschen auf ein Gebiet spezialisieren können. Zivildienstleistende waren früher eine große personelle Unterstützung, der Bundesfreiwilligendienst ersetze nur einen kleinen Teil davon.
Daneben verzeichnen die Pflegeeinrichtungen eine zunehmende Bürokratisierung. „Es ist erwiesen, dass nur noch 60 Prozent unserer Arbeitszeit bei den Bewohnern ankommt. Der Rest geht in die Dokumentation“, brachte Meßmer in die Diskussion ein. Dazu kommen viele Prüfungen für die Einrichtungen, deren Kosten sich jährlich auf drei Milliarden Euro belaufen. Kritik auch am bürokratischen Aufwand für die Angehörigen von Pflegebedürftigen. Die Gesetzgebung sei wenig durchschaubar. Leistungen werden nicht in Anspruch genommen, weil man nicht weiß, was möglich ist. Meßmer fordert daher ganz entschieden eine tiefgreifende Pflegereform.
„Es muss mehr Geld ins System, wir brauchen mehr Stellen und mehr Bezahlung“, schließt Pflege-Expertin Meßmer.

Homepage Tobias Volz - Bundestagskandidat für den Kreis Konstanz

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